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Pressespiegel
dapd - Analyse
Der Logistikexperte Horst Manner-Romberg vom Beratungsunternehmen MRU ist überzeugt: «Zumindest kurz- und mittelfristig wird die Fusion keine dramatischen Folgen für die Deutsche Post DHL haben. Denn UPS muss jetzt erst einmal die Übernahme verdauen.» Langfristig könne die Übernahme aber die Position der Amerikaner stärken.
«Billiger als jetzt wird TNT Express nie wieder»
Große Übernahmen haben sich in der Vergangenheit im Expressgeschäft immer wieder als sehr schwierig erwiesen. Das weiß die Post aus eigener Erfahrung. Sie hatte ihren Versuch, im US-Inlandsgeschäft Fuß zu fassen, vor einigen Jahren mit Milliardenverlusten bezahlt und schließlich frustriert den Rückzug angetreten.
Warum der US-Riese das Risiko dennoch eingeht, ist für Manner-Romberg dennoch nachvollziehbar. «Für UPS ist die Übernahme attraktiv, weil das Unternehmen dadurch leichter seine ehrgeizigen Wachstumsziele erreichen und gleichzeitig den Marktanteil in Europa deutlich vergrößern kann», urteilt der Experte. Analysten hätten schon wiederholt die große Abhängigkeit des Konzerns vom US-Heimatmarkt kritisiert.
Der Kaufpreis für den zuletzt mit roten Zahlen kämpfenden Rivalen TNT stelle für UPS dank üppig fließender Gewinne kein Problem dar. «Billiger als jetzt wird TNT Express nie wieder zu bekommen sein», glaubt der Experte.
Deutsche Post kann von Übernahme profitieren
Branchenexperten sehen das ähnlich. "Es ist sehr gut möglich, dass eins plus eins am Ende nur 1,7 ergibt", sagt der Hamburger Logistikberater Horst Manner-Romberg. Mit der Übernahme von TNT durch UPS fällt der preisaggressivste Konkurrent innerhalb Europas weg. TNT habe sich das Geschäft von Expresssendungen, die garantiert innerhalb weniger Stunden oder eines Tages zugestellt werden, mit teils deutlichen Rabatten von bis zu 50 Prozent erkauft. Ohne TNT könnte DHL Geschäft von TNT-Kunden zurückholen.
US-Paketriese UPS will Deutsche Post DHL angreifen
Logistik-Experte Horst Manner-Romberg (Hamburg) sieht die Übernahme für UPS als „eindeutig strategisch motivierte und sinnvolle Akquisition“. Die Übernahme zu stemmen, sei nach wiederholten Milliardengewinnen kein größeres Problem: „UPS hat die Taschen voller Geld.“
Wettstreit um Europa
"Ich bin überzeugt davon, dass die Übernahme kurz- und mittelfristig keine wesentlichen Auswirkungen auf die DHL haben wird", kommentierte auch der Geschäftsführer der auf Logistik spezialisierten Hamburger Unternehmensberatung MRU, Horst Manner-Romberg. Denn UPS wird zunächst mit der Integration von TNT beschäftigt sein.
UPS kauft sich in Europa an die Spitze
Aber auf lange Sicht wird das Orange, die Erkennungsfarbe von TNT, durch das Braun von UPS ersetzt. "Die Marke wird verschwinden", sagt Post-Experte Horst Manner-Romberg. Alles andere passe nicht zur Philosophie und Dominanz der Amerikaner.
Zeitenwende bei UPS: Der Zusteller nimmt für Übernahme richtig viel Geld in die Hand
Der Zeitpunkt für den Wandel scheint günstig: Mit der US-Wirtschaft geht es aufwärts, die Umsatzeinbrüche sind überwunden, 2011 betrug der Gewinn 3,8 Mrd. Dollar. Die Aktionäre hatten angesichts der Cashreserven von rund 4,3 Mrd. Dollar schon seit Längerem eine Antwort auf die Frage gefordert, was mit dem Geld passieren soll. "Der Kauf von TNT verschafft der Konzernführung jetzt erst mal etwas Ruhe", so Horst Manner-Romberg, Branchenexperte und Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft MRU.
Auf einen schnellen Abschluss hatte UPS laut Branchenkennern selbst gedrungen. "UPS braucht die Akquisition, um seine eigenen Ziele zu erreichen", so Manner-Romberg. Im vergangenen Jahr habe der Konzern den Aktionären in Aussicht gestellt, den Umsatz von knapp 50 Mrd. Dollar auf 72 bis 79 Mrd. Dollar im Jahr 2016 zu steigern. "Ohne Zukauf würde das nicht gehen." Mit der Übernahme der Niederländer kommt UPS dem Ziel näher: Gemeinsam erwirtschaften die Unternehmen einen Umsatz von knapp 60 Mrd. Dollar (45 Mrd. Euro).
UPS hat zwei Argumente für die TNT-Übernahme", so Branchenexperte Manner-Romberg gegenüber der FTD. "Zum einen ist sie strategisch, weil sich UPS langfristig Marktanteile sichert und Wettbewerber, insbesondere Fedex, in Europa blockt. Zum anderen kann ein guter Teil des Kaufpreises durch Einsparungen, darunter sicher auch Personalabbau, wieder hereingeholt werden."
Die Amerikaner kommen
Für die Post hat die Übernahme in jedem Fall einen Vorteil: TNT Express habe sehr aggressive Preise geboten, jetzt sei dieser schwächelnde Anbieter verschwunden, sagte der Unternehmensberater Horst Manner-Romberg der SZ . Außerdem könne die Übernahme UPS erst einmal schwächen: "Ich sehe erhebliche Probleme bei der Eingliederung. Das beste Beispiel, was alles schiefgehen kann, ist TNTs Zukauf in Brasilien." Die Probleme mit der dortigen Tochter sind ein Grund, wieso TNT Express zum defizitären Übernahmekandidaten wurde.
"Ein schwer zu stemmender Deal"
Der Logistikexperte Horst Manner-Romberg von der Unternehmensberatung MRU hält die Übernahme der niederländischen TNT durch UPS für gewagt. Über die Folgen des Deals auch für die Deutsche Post sprach mit ihm Handelsblatt-Redakteur Jens Koenen.
Handelsblatt: Dem niederländischen Konzern TNT wird oft vorgeworfen, mit Dumpingpreisen im europäischen Markt zu agieren. Kann die Deutsche Post also nun mit der Übernahme durch UPS auf Entspannung an der Preisfront hoffen?
Horst Manner-Romberg: Es ist richtig, dass TNT in der Vergangenheit sehr aggressiv war, gerade gegen Konkurrenten, die wirklichen Mehrwert bei ihren Dienstleistungen bieten. Ob dieser Preisdruck nun aus dem Markt genommen wird, ist schwer zu sagen. Letztlich ist aber auch das Thema Preis nicht so wichtig bei diesem Deal.
Handelsblatt: Um was geht es dann?
Manner-Romberg: UPS musste sich in der Vergangenheit immer wieder die Frage gefallen lassen, warum das Unternehmen aus dem stark wachsenden internationalen Geschäft so wenig macht. Jetzt liefert es die Antwort. UPS kauft Marktanteile in Europa. Aber am Ende können es sich weder UPS noch DHL leisten, mit absoluten Dumpingpreisen in den Markt zu gehen. Sie hätten dann sofort Klagen am Hals.
Handelsblatt: Also muss die Deutsche Post die neue Situation nicht fürchten?
Manner-Romberg: Ich will nicht ausschließen, dass die Übernahme langfristig Folgen für DHL haben wird. Schließlich muss auch DHL beweisen, dass man auf Dauer erfolgreich bleiben kann. Und der Deal verändert natürlich die Wettbewerbslandschaft. Aber schon heute ist UPS ein wichtiger Anbieter auf dem europäischen Markt. Kurzfristig sehe ich keine negativen Folgen für DHL.
Handelsblatt: Warum nicht?
Manner-Romberg: Die Amerikaner müssen erst einmal zeigen, dass sie in der Lage sind, diese Megaübernahme zu stemmen. Es treffen dort sehr unterschiedliche Unternehmen aufeinander. UPS ist straff durchorganisiert. Den Mitarbeitern wird zum Beispiel gezeigt, wie sie beim Öffnen des Wagens den Schlüssel halten müssen, um Zeit zu sparen. Das mit Freibeutern wie TNT zusammenzubringen ist eine echte Herausforderung.
Handelsblatt: Warum macht UPS diesen Deal, wenn er erstens gewagt ist und zweitens den europäischen Marktführer nicht wirklich trifft?
Manner-Romberg: Ich glaube, eine Rolle bei der Überlegung von UPS spielt auch das Ziel, den direkten Rivalen Fedex im Zaum zu halten. Der ist jetzt erst einmal auf Jahre in Europa ausgebremst.
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