Das haben wir diese Woche unter anderem gemeldet
Ausgabe vom 08.09.2010, KW 36 / 2010
In dieser Woche wird die von der britischen Regierung beauftragte Überarbeitung des Untersuchungsberichts zur Zukunft der Royal Mail präsentiert werden. Die Tageszeitung »Daily Telegraph« (04.09.) will erfahren haben, dass der sogenannte "Hooper-Report" (KW 50/08) einen schnellen Verkauf der Post vorschlägt.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die damalige Regierung unter Leitung von Premierminister Brown die Privatisierung der Royal Mail vorangetrieben. Angesichts der allgemein schlechten Wirtschaftslage - so die offizielle Begründung - wurden die Pläne dann im Juli ad acta gelegt (KW 28/09). "Wenn sich die Marktbedingungen ändern, werden wir uns der Sache wieder annehmen", sagte der damalige Wirtschaftsminister Mandelson seinerzeit. Marktbeobachter wiesen darauf hin, dass die Regierung angesichts des Widerstands in den eigenen Reihen und der massiven Proteste der Gewerkschaft Abstand von ihren Plänen nahm.
Nun lässt das Defizit in der Pensionskasse der Royal Mail - 10,3 Milliarden britische Pfund, umgerechnet rund 12,4 Milliarden Euro - der Regierung offenbar kaum noch eine andere Wahl. Zudem beziffert der überarbeitete "Hooper-Report" den Rückgang des Briefaufkommens in diesem Jahr mit 7,3 Prozent und argumentiert, dass sich diese Entwicklung in den nächsten 5 Jahren fortsetzen könnte.

