Pressespiegel 2009
"Post plant Zukäufe im Ausland"
Handelsblatt (Axel Granzow), 7.9.2009
Das Handelsblatt berichtet am 7.9.2009 über die Pläne der Deutschen Post, ihr internationales Geschäft stark auszubauen.
"Dies sei dringend erforderlich, sagte der Hamburger Unternehmensberater Horst Manner-Romberg. Denn DHL Global Mail bricht das Geschäft zunehmend weg. Im ersten Halbjahr 2009 ist der Umsatz von DHL Global Mail mit 2 000 Mitarbeitern weltweit, davon 1 200 in Europa, um rund 16 Prozent auf 840 Mio. Euro eingebrochen. Das Sendungsvolumen gab um 6,8 Prozent auf 3,3 Mrd. Sendungen nach. Im vergangenen Jahr war der Umsatz bereits um fünf Prozent auf 1,9 Mrd. Euro gesunken. Dabei schlug vor allem die Einstellung von "DHL@home", einem Produkt für Versandhändler in den USA, im Zuge des Rückzugs aus dem Geschäft mit Eilsendungen (Express) innerhalb der USA zu Buche. Zur Ergebnisentwicklung von Global Mail macht die Post keine Angaben. Es dürfte Wünsche übrig lassen, meinte Manner-Romberg."
„Das Geheimnis der Post“
Der Tagesspiegel (Corinna Visser), 23.8.2009
Der Tagesspiegel berichtete am 23.8.2009 darüber, dass es der Deutschen Post an neuen Produkten fehlt, die der E-Substitution entgegengesetzt werden können.
Was die Post der Digitalisierung entgegensetzen will, hält Branchenexperte Horst Manner-Romberg bisher für wenig überzeugend. „Dass die Sendungsmengen sinken werden, muss die Post eigentlich schon länger gewusst haben.“ Und er sieht eine noch massivere Bedrohung kommen, wenn nämlich immer mehr Firmen ihre Rechnungen nur noch digital versenden. „Das ist ein riesiges Problem.“ In einigen Ländern wie beispielsweise Dänemark und Finnland hätten Postgesellschaften bereits überzeugende Lösungen entwickelt, wie sie von der zunehmenden Digitalisierung profitieren können. Als Beispiel nennt der Experte e-boks, ein Portal der dänischen Post, auf dem Strom- und Telefongesellschaften sowie Versicherungen ihre Rechnungen einstellen. Der Kunde kann sie dann dort per Mausklick sofort bezahlen. „Das Portal hat rund zwei Millionen dänische Nutzer“, sagt Manner-Romberg. „Bei rund 5,5 Millionen Einwohnern wahrlich beeindruckend.“
"Die Briefbombe des Herrn Appel"
Financial Times (Leo Klimm), 07.05.2009
Die Financial Times berichtet am 07.05.2009 über die von Post-Chef Frank Appel geplanten Sparmaßnahmen:
"Die "drastischen Maßnahmen", wie Gerdes sagt, sollen allein 2009 den Gewinn der Briefsparte um 300 Mio. Euro steigern. Die Kehrseite der Medaille: Wenn Sortieranlagen zeitweise geschlossen und Briefe nicht mehr geflogen werden, erhöht das die Komplexität, sagt Branchenexperte Manner-Romberg. Und das wiederum kann leicht dazu führen, dass die Qualität der Zustellung leidet- sprich: Briefe mehr als einen Tag lang unterwegs sind."
"KEP-Markt wächst und wächst"
In der Ausgabe 1/2009 berichtete das Wirtschaftsmagazin "Online-Handel" über eine Studie bezüglich der KEP-Markt-Entwicklung:
"Die Branche der Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) bleibt erfolgreich. Das Hamburger Beratungsunternehmen für Logistik, die MRU GmbH, befragte im Auftrag der Bundesnetzagentur von Oktober 2008 bis Januar 2009 zwanzig der umsatzstärksten Unternehmen der Branche. Dabei kam heraus, dass der Markt im Jahr 2008 um 3,6% wuchs. Mittlerweile repräsentiert die Branche ein Umsatzvolumen von 17,4 Milliarden Euro. Eine Kurzfassung der Studie gibt es unter www.bundesnetzagentur.de."
"Teilrückzug aus Österreich"
OneToOne: 27.04.2009: Hermes Logistik Gruppe kooperiert wieder mit der staatlichen Post
"Laut Berater Horst Manner-Romberg musste sich Hermes dieses Geschäft allerdings teuer erkaufen. Er spricht mit dem Verweis auf "Marktbeobachter" von einem Defizit seit dem Start in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro."
"Positive Grundstimmung"
Transport, 24.04.2009
"Nach einer Pause von fast acht Jahren hat die Bundesnetzagentur erstmals wieder eine Untersuchung des Kurier-, Express- und Paketmarktes in Deutschland in Auftrag gegeben. Die Spezialisten der Hamburger MRU GmbH untersuchten den Markt im Zeitraum Oktober 2008 bis Januar 2009 in einer breit angelegten Studie. Diese brachte zum Ausdruck, dass sich der Kurier-, Express- und Paketmarkt auch während der Krise weiterentwickelt."
"Deutsche Post kauft sich beim Konkurrenten Red Parcel Post ein"
Welt Online, 23.04.2009
Am 23.04.2009 berichtet Welt Online über den Einkauf der DHL beim Paketdienst Red Parcel Post:
"Wie der Branchendienst "KEP-Meldungen" berichtet, wird die Post-Tochter DHL noch im Mai das System von Red Parcel Post in einem umfangreichen Pilotversuch testen."
"DHL steigt bei paketdienst Red Parcel Post ein"
posttip, 23.04.2009
Am 23.04.2009 berichtete posttip.de über den Einstieg von DHL beim Paketdienst Red Parcel Post:
"Die Deutsche Post kauft sich beim Paketdienst Red Parcel Post ein. Das berichtet Welt.online unter Berufung auf den Branchendienst KEP-Meldungen."
Marktuntersuchung - Die Paketdienste haben sich als Wachstumstreiber des deutschen KEP-Marktes bewährt
KEP-Nachrichten der DVZ Nr.16, 17.04.2009
In den KEP-Nachrichten von 17.04.2009 wird über die von der Bundesnetzagentur veröffentlichte Studie berichtet.
"Die Paketdienste haben sich als Wachstumtreiber des deutschen KEP-Marktes bewährt. Das ist eine der Kernaussagen der von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Studie über dieses Segment der Logistik (KEP-Nachrichten 15/09). Unternehmen wie DHL, UPS, Hermes, DPD oder GLS beförderten im zurückliegenden Jahr 1,7 Mrd. Sendungen (plus 1,9 Prozent) und setzten dabei 7,2 Mrd. EUR um (plus 7 Prozent). Erstellt wurde die Grundlagenuntersuchung von der Hamburger KEP-Marktforschungsfirma MRU. Auch wenn die Pakettransporteure von der gestiegenen Bedeutung des Versandhandels profitieren, hätten sich dennoch manche Einschätzungen zum Einfluss des Internethandels auf das Paketvolumen als "viel zu optimistisch" erwiesen."
Paketdienste treiben KEP-Wachstum voran
DVZ, 16.04.2009
"Paketdienste treiben KEP-Wachstum voran." Selbst in Krisenzeiten herrscht positive Grundstimmung in der Branche. (Erwin Maruhn)
Die DVZ berichtet über die Studie im Auftrag der Bundesnetzagentur. "Mit der Studie hat der Regulierer erstmals seit fast acht Jahren wieder eine Untersuchung des Kurier-, Express- und Paketmarktes (KEP) vorgelegt. Erstellt wurde die Studie von der Hamburger Marktforschungsfirma MRU."
Otto kassiert Schlappe in Österreich – Pakettochter Hermes zieht sich nach Verlust aus Markt zurück – Europaweite Expansion stockt“ (Leo Klimm, Hamburg)
Financial Times Deutschland vom 15.04.2009
Die Financial Times berichtet am 15.4.2009 über den Rückzug von Hermes aus Österreich:
„Nach Informationen des Branchenexperten Horst Manner-Romberg hat der Anbieter durch die aggressive Strategie aber etwa 30 Mio. Euro verloren. Diese Verluste sollen nun offenkundig gestoppt werden.“
„Der Streit um Mindestlöhne und um die Umsatzsteuerbefreiung verhindert Wettbewerb im deutschen Briefgeschäft (von Casper Dohmen)“
Süddeutsche Zeitung, 14.4.2009 – Ressort Wirschaft
In der Süddeutschen Zeitung wird berichtet: „Mehr als ein Jahr nach der vollständigen Öffnung des deutschen Briefmarktes ist kein stärkerer Wettbewerb in Sicht. „Es sieht düster aus“, sagte Branchenexperte Horst Manner-Romberg der SZ.
„Die Post hat ihr Ziel erreicht, dass das Briefgeschäft nicht plötzlich wegbricht, sondern langsam erodiert“, sagt Manner-Romberg."
"Hermes: Teilrückzug aus Österreich"
ONEtoONE, 14.4.2009 Channel: Zustellung
„Hermes: Teilrückzug aus Österreich – Die Hermes Logistik Gruppe (HLG) reduziert ihr Engagement in Österreich. Laut Branchenbeobachter Horst Manner-Romberg liegt der Grund dafür in einem Defizit von 30 Millionen Euro.“
Am 14.4.2009 berichtet das Online-Magazin „One to One“ über die Otto-Tochter Hermes, die ab Juni 2009 wieder die Paketdienstleistungen der Österreichischen Post nutzt.
„Die HLG hatte sich innerhalb kürzester Zeit unter anderme mit offensiven Werbeaktionen in Österreich einen Marktanteil von 38 Prozent aufbauen können. Laut Horst Manner-Romberg musste sich Hermes dieses Geschäft allerdings teuer erkaufen. Er spricht mit dem Verweis auf „Marktbeobachter“ von einem Defizit seit dem Start in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro. Hermes-Mann Frommhold möchte dieses Summe zwar nicht bestätigen, räumte allerdings hohe Kosten beim Aufbau eines Zustellnetzes ein. Laut Manner-Romberg erwirtschaftete Hermes Österreich im Geschäftsjahr 2008/2009 (bis Ende Februar) einen Umsatz von 50 Millionen Euro und transportierte 17 Millionen Pakete. Bei der Österreichischen Post hingegen sei der Spartengewinn um mehr als 25 Prozent (12,8 Millionen Euro) eingebrochen.“
"Paketdienste rechnen auch 2009 mit Wachstum"
Welt Online, 13.04.2009
Das Online Magazin "Welt-Online" berichtet am 13.04.2009 über die Marktstudie der Bundesnetzagentur
"In der Grundlagen - Studie der Hamburger Marktforschungsfirma MRU geht es um die Dynamik der Kurier-, Express- und Paketdienste in den vergangenen Jahren. Deren Entwicklung ist beeindruckend: Seit 1999 wuchs der Umsatz im sogenannten KEP-Markt pro Jahr durchschnittlich um 6,8 Prozent."
"Channel: Zustellung - KEP-Markt wächst auch in der Krise"
Das Online-Magazin ONEtoONE.de berichtet am 08.04.2009 über die von der Unternehmensberatung MRU GmbH durchgeführte Studie der Bundesnetzagentur.
"Das Hamburger Beratungshaus MRU von Horst Manner-Romberg hat im Auftrag der Bundesnetzagentur herausgefunden, dass der Markt auch in der Krise offenbar gut funktioniert."
„Postmarktliberalisierung in Europa - Ein Eldorado für Ex-Monopolisten“
VÖZ, 6.4.2009
Der Verband Österreichischer Zeitungen berichtet über das Präsidiumstreffen der deutschsprachigen Verlegerverbände aus Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Österreich zum Thema Postmarktliberalisierung.
Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass bei einer Öffnung der Märkte allein schon Wettbewerb entsteht. "Wenn man den Wettbewerb ernst nimmt, muss man das faktische Monopol auflösen und darf nicht warten, was dann passiert. Wenn ich Wettbewerb schaffen will, muss ich vielmehr aktiv daran arbeiten", betonte der Branchenexperte Horst Manner-Romberg von der Hamburger Unternehmensberatung MRU zum Thema Postmarktliberalisierung in Europa beim Präsidientreffen der deutschsprachigen Verlegerverbände aus Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Österreich, Anfang April in Linz. Weil das weder politisch noch rechtlich angegangen werde, kommt die Liberalisierung nicht vom Fleck. "Die bisherige Postmarktliberalisierung", so Manner-Romberg, "ist weder im Gleichschritt erfolgt noch in ihrer Ausprägung identisch. Alle Märkte sind durch eine signifikant unterschiedliche Wettbewerbsintensität gekennzeichnet. Und die nationalen Postgesellschaften sind nach wie vor die größten und dominierenden Anbieter." Europa scheint ein Eldorado für die Ex-Monopolisten zu sein.
"Paketdienst GLS läßt jeden zehnten LKW stehen"
Die Welt, 03.04.2009
Die Tageszeitung "Die Welt" berichtete am 03. April 2009, dass Kunden bis zu 40% weniger Sendungen verschicken und die Branche stark unter der Konjunkturkrise leidet.
"Wenn nun auch noch der Handel die Krise stark zu spüren bekommen sollte, werden Paketversender viel stärker leiden", sagte Post-Experte Horst Manner-Romberg der Welt."
"Kühler Rechner, heiß umworben"
Handelsblatt , 11.03.2009
Im Handelsblatt Nr.13 vom 11.03.2009 wird über den neuen Finanzchef der Deutschen Post "Lawrence Rosen" berichtet.
"Als CFO eines der größten Logistikunternehmens der Welt habe ich nicht unbedingt einen Pharma- und Gesundheitsmanager erwartet" sagte der Hamburger Unternehmensberater Horst Manner-Romberg."
„Alles neu bei der Post - sogar der Name“
Handelsblatt.com, 11.03.2009
Das Online-Magazin „Handelsblatt“ berichtet am 11.3.2009 über die neue Strategie der Post.
„Der Kulturwechsel ist zwar dringend nötig“, sagt der Hamburger Unternehmensberater Horst Manner-Romberg. Die Maßnahmen ließen aber darauf schließen, dass der Konzern immer noch an den alten Problemen herumdoktert."
"Logistikkonzerne - Investoren strafen Post ab"
Handelsblatt, 26.02.2009
Am 26.2.2008 berichtet das Handelsblatt über die Offenlegung der Jahreszahlen 2008 und damit über den Konzernverlust von fast zwei Mrd. € (incl. Postbank).
„Was Post-Chef Frank Appel gesagt hat, hat nicht viel Mut für die Zukunft gemacht“, sagte Logistikexperte Horst Manner-Romberg von der Unternehmensberatung MRU. Er monierte, dass konkrete Ansätze für die Verbesserung des Geschäfts nicht zu erkennen seien."
Transports Actualités: "DPD und Hermes wollen ihre Kräfte in Deutschland bündeln"
In der Ausgabe vom 9. Januar 2009 der französischen Transports Actualités wird über die Zusammenarbeit der Unternehmen Hermes und DPD berichtet:
"Langfristig erhoffen sich die alten Rivalen, ein "gemeinsames Dienstleistungsangebot" zu entwickeln, das sich auf die Stärken der jeweiligen Unternehmen stützt. "Die beiden Firmen kennen sich gut und können sich gut ergänzen", merkt Branchenexperte Horst Manner-Romberg von der Unternehmensberatung MRU an. "Die beiden Firmen möchten einen zusätzlichen Wachstumsimpuls aus der Kooperation schöpfen." Auf der deutschen Seite des Rheins ist DPD hinter der Deutschen Post die Nummer Zwei im B2B-Paket-Expressgeschäft. "
Originalzitat:
"A terme, les anciens rivaux entendent développer une „offre de services conjointe“ qui s’appuierait sur les atouts respectifs de chacune des parties. „Les deux operateurs se connaissent bien et sont complémentaires.“ remarque Horst Manner-Romberg, spécialiste du secteur et consultant chez MRU. „En travaillant ensemble, ils espérent donner un coup de fouet à leur croissance.“ Outre-Rhin, DPD est ainsi le numéro deux du transport rapide de colis B to B., derrière la Deutsche Post."
Expertenmeinung - Offen für alles? Der europäische Postmarkt in Bewegung
prima, das primeMail Magazin, Ausgabe 1/2009
"Damit hatte keiner gerechnet. Ende November diesen Jahres verschob die niederländische Regierung - entgegen den Erwartungen - die ursprünglich zum 1. Januar 2009 geplante Öffnung des Postmarktes.
TNT Post wird somit bis auf Weiteres das Monopol für Briefe bis zu 50 Gramm behalten. Selbst der zuvor zwischen den Gewerkschaften und den großen privaten Konkurrenten SelektMail und Sandd ausgehandelte Rahmentarifvertrag konnte daran nichts andern. Auf den ersten Blick mag dies verwundern. Denn die Niederlande waren lange Zeit Spitzenreiter bei der Liberalisierung der europäischen Postmärkte. Der ehemalige Monopolist ist privatisiert, die Konkurrenz hat einen Marktanteil von immerhin 14 Prozent und verfügt über flächendeckende Zustellnetze.
Erst auf den zweiten Blick zeigt sich der entscheidende Punkt: Denn die Niederlande stehen - wie andere Länder - im Konflikt zwischen dem Faktum des kommenden europäischen Postbinnenmarktes und dem Interesse, den nationalen Incumbent vor der Konkurrenz zu schützen. Nicht zu Unrecht weisen niederländische Politiker z. B. darauf hin, dass der deutsche Mindestlohn wie eine Marktzutrittsschranke wirkt und folglich kein fairer Wettbewerb (neudeutsch: “level playing field") gewährleistet sei. Man werde den eigenen Markt erst öffnen, wenn in anderen Ländern ein fairer Wettbewerb hergestellt ist. Wirft man allerdings einen Blick auf die Gesamtsituation in der EU, so zeigen sich signifikante Unterschiede in den Liberalisierungstempi der Mitgliedsstaaten.
Die Abschaffung der reservierten Bereiche ist per EU-Richtlinie zum 1. Januar 2011 vorgeschrieben. Aber für elf von 27 Mitgliedsstaaten - dies sind u. a. mittel- und osteuropäische Länder - gilt eine Ausnahme. Sie können die Marktöffnung bis 2013 verschieben. In Schweden hingegen ist der Postmarkt schon seit 15 Jahren liberalisiert. Ähnlich unterschiedlich wird das Thema Umsatzsteuerbefreiung und Ausgestaltung des Universaldienstes gehandhabt. In einigen Mitgliedsstaaten gibt es keine Befreiung mehr, in anderen sind bestimmte oder sogar alle Dienste von der Umsatzsteuer ausgenommen. Ein "level playing field" sieht anders aus. Und so kann es kaum überraschen, dass es in Europa zahlreiche weitere Unterschiede der nationalen Postmärkte gibt, sei es zum Beispiel in Bezug auf die Rechtsform der Postgesellschaft oder die Zahl der vorgeschriebenen Filialen. Dadurch ist in den meisten Landern bislang kein funktionsfähiger Wettbewerb entstanden. Noch immer bestimmt die Dominanz der nationalen Universaldienstleister das Marktbild.
Genauso deutlich sind aber auch die Anzeichen zu erkennen, welches Potenzial die privaten Wettbewerber haben, sei es im Standardgeschäft oder in hoch attraktiven Marktnischen. In Schweden hat es z. B. CityMail geschafft, der einheimischen Post in Ballungsräumen Marktanteile von mehr als 40 Prozent abzunehmen. In Großbritannien haben die Wettbewerber durch die Möglichkeit, die Sendungen zur Auslieferung bei der Royal Mail einzuspeisen, einen Marktanteil von bis zu 20 Prozent gewonnen. Und der Dokumentenaustauschdienst DX wickelt allein rund zwei Prozent des britischen Briefvolumens ab. Zudem stehen Joint-Ventures, in denen die Partner ihre jeweiligen Stärken bündeln, um einen Wettbewerbsvorteil herauszuholen, in vielen Ländern am Start. Insofern steht eines fest: Die Strukturen des europäischen Postmarktes werden noch lange in Bewegung bleiben und allen Beteiligten - Anbietern und Kunden - zahlreiche Chancen bieten.
Der Logistikexperte Horst Manner-Romberg ist Gründer und Geschäftsführer der MRU. Die 1992 gegründete Unternehmensberatung hat sich ausschließlich auf den Markt der Kurier-, Express-, Paket- und Postdienste spezialisiert und ist damit einzigartig am europäischen Markt. In Prima teilt Manner-Romberg sein Know-How mit Ihnen und schreibt über die Liberalisierungsentwicklungen des europäischen Postmarktes.

